Kastration | Wie hat Lando sich verändert?

In unserem letzten Beitrag zur Kastration ging es um unsere Sichtweise zu dem Thema und unser „Kastrations-Drama“.
Ende Juli 2017 haben wir uns für einen Kastrationschip entschieden und Lando Ende Januar 2018 richtig kastrieren lassen. Hier wollen wir auf die Veränderungen in Landos Wesen und Verhalten eingehen.

Lando vor der Kastration

Vor der Kastration war Lando draußen nur am Schnüffeln und Markieren. Dabei war er überhaupt nicht mehr ansprechbar und alle Mittel, mit denen wir versucht haben, irgendwie seine Aufmerksamkeit zu bekommen, sind gescheitert. Selbst unsere Trainerin wusste nicht mehr, wie sie uns noch helfen könnte. Sie selbst ist kein Freund von Kastration, hat uns aber den Kastrationschip nahegelegt, da Lando so draußen und auf dem Hundeplatz dermaßen unter Stress stand, dass es auf Dauer auch nicht gesund ist und wir durch seinen Vorhautkatarrh ohne hin schon mit dem Gedanken der Kastration gespielt haben.

Es war wirklich eine anstrengende Zeit. Wir hatten einen Hund, mit dem wir gerne so viel draußen erleben wollten, waren aber durch sein hormongesteuertes Verhalten so eingeschränkt, dass wir eigentlich nirgends mehr mit ihm hinkonnten. Selbst unsere alltägliche Gassi-Strecke bedeutete für ihn durch das zwanghafte Schnüffeln und Markieren einfach nur Stress. Und für uns auch.

Zuhause, drinnen, war Lando aber er selbst: lieb, hat gut gehört und mitgearbeitet und keinen Ärger gemacht. Sobald es aber rausging, war es vorbei. Auch, wenn keine läufigen Hündinnen in der Nähe waren.

Probleme mit anderen Hunden hatte Lando nicht, zumindest nicht von ihm aus. Anderen Rüden hat es gereicht, wenn Lando nur von Weitem an ihnen vorbeigegangen ist, um total aggressiv auf ihn zu reagieren. Scheinbar strotzte Lando nur so vor Männlichkeitshormonen.

Ansonsten lässt sich Landos Wesen zu der Zeit als freundlich, neugierig und mutig beschreiben, Angst hatte er vor nichts.

Veränderungen nach der Kastration

Den genauen Zeitpunkt, an dem sich die Wirkung der Kastration gezeigt hat, können wir nicht genau sagen. Bei dem Kastrationschip haben wir positive Veränderungen nach 9-10 Wochen feststellen können, bis dahin wurde alles aber viel schlimmer als es zuvor war, was man gar nicht für möglich gehalten hätte.

Allen voran konnten wir das gut an seinem Vorhautkatarrh sehen, der dann endlich weg war: keine Flecken mehr überall und auch kein Spülen. Eine Erleichterung für alle Beteiligten.

Draußen wurde es auch besser, nicht gut, aber besser. Lando hat zwar immer noch viel geschnüffelt und markiert, ich würde auch nicht sagen, dass das weniger geworden ist. Allerdings war er endlich ansprechbar und empfänglich für’s Training. Vorher war das gar nicht möglich. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man gegen eine Wand redet oder ob sich der Hund motivieren lässt, mit einem zu arbeiten und auch mal die Nase vom Boden hebt.
In der Hundeschule wurde es auch besser, er war entspannter, im Seminarraum (bei schlechtem Wetter und im Winter findet die Hundeschule drinnen statt) war Lando wieder der vorbildliche Streber, der er vor Beginn der Pubertät und Zuhause war. Alle waren erstaunt, wie gut Lando tatsächlich hört, sie kannten ihn ja nur als den, der in die Leine springt, den, der mit der Nase am Boden klebt und den, der die besten Leckerchen wieder ausspuckt.

In dieser Hinsicht hat uns die Kastration wirklich sehr geholfen.

Neben diesen Veränderungen ist Lando auch kuscheliger geworden. Er kommt von alleine an, legt sich neben einen oder schläft mit im Bett.

Eine Begleiterscheinung der Kastration ist ja oft eine Veränderung des Fells. Lando hat dadurch das sogenannte Kastratenfell bekommen, das ist ähnlich wie die Unterwolle, aber etwas krisseliger, verfilzt schneller und muss öfter gekämmt werden.

Was uns auch noch aufgefallen ist, ist, dass Lando etwas ängstlicher geworden ist als vor der Kastration. Manchmal schreckt er vor Mülltonnen zurück, die an der Straße stehen und schlägt im Haus öfter an, wenn er ungewohnte Geräusche oder die Post hört, was er vor der Kastration nicht gemacht hat.

Fazit

Insgesamt haben wir keine allzu großen Unterschiede in seinem Wesen und Verhalten feststellen können. Das einzige, was sich bemerkbar gemacht hat, war, dass der Vorhautkatarrh verschwunden ist und er draußen langsam empfänglicher fürs Training wurde. Daher will ich an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass eine Kastration nicht fehlende/schlechte Erziehung ausgleicht und der Hund von jetzt auf gleich hört. Lando wurde dadurch etwas aufmerksamer, was die Basis für das Training darstellt. Auch sind die Veränderungen sehr individuell und ich würde jedem, der sich unsicher ist, zu einem Kastrationschip raten, auch wenn unsere Erfahrung damit nicht so toll war.

Auch rate ich dazu, sich vor der Entscheidung mit möglichen Veränderungen und Risiken auseinander zu setzen und daran abzuwägen. Denn es können weitaus schlimmere Veränderungen auftreten als Kastratenfell.

In diesem Beitrag ging es allein um unsere Erfahrungen mit der Kastration und wie es sich bei Lando ausgewirkt hat. Wenn ihr Erfahrungen von anderen Hundebesitzern lesen wollt, könnt ihr auf dem Blog von Madeleine Sophie vorbeischauen, dort haben ein paar Leute einen Beitrag zu ihren Erfahrungen verfasst.

Liebe Grüße,
Lando & Sophia

 

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