„3, 2, 1 und weiter!“ – Wie uns die 3 Sekundenregel im Alltag geholfen hat

Wie schnell kommt man beim Gassigehen vorwärts, wenn Hund meint, jeden Grashalm gründlichst begutachten zu müssen? Für u.a. solche Situationen haben wir die „3 Sekunden-Regel“ eingeführt, die uns nun knapp seit einem dreiviertel Jahr begleitet und gute Dienste geleistet hat. Was das genau ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Vielleicht erkennt der ein oder andere seinen Hund ja wieder:

Lando, aka. der Schnüffelweltmeister, ist ein Hund, der draußen viel und gerne schnüffelt. Kaum ein Grashalm bleibt unbeschnüffelt. Sobald Lando seine Nase Richtung Boden bewegt, sieht man diese so schnell nicht wieder. Alles ist interessant, viele tolle Gerüche, andere Hunde, läufige Hündinnen, Wild – oh, Frauchen hat was gesagt? Egal.
Das war früher. Heute schnüffelt er nicht mehr ganz so viel, ist ansprechbar und kann die Wichtigkeit verschiedener Reize besser einschätzen.

Verbieten oder nicht?

Sollte man seinem Hund unerwünschtes Verhalten komplett verbieten, wenn es ihm Spaß macht und doch eigentlich niemandem schadet? Ich denke nein, nicht unbedingt. Und was wäre man für ein Mensch, wenn man seinem Hund das Schnüffeln komplett verbieten würde? Schnüffeln zählt zu den Grundbedürfnissen des Hundes, die Nase ist das stärkste Sinnesorgan bei Hunden. Hunde entdecken ihre Umwelt über die Nase und das Schnüffeln dient zur Kommunikation.

Alles schön und gut, aber so konnte es ja nicht weitergehen.

Verbieten fiel also schon mal raus. Aber wie kann ich meinem Hund sagen, wann es okay ist, zu schnüffeln und wann nicht? Die „im Freilauf darfst du Schnüffeln wie du willst und an der kurzen Leine nicht“-Methode klappt bei uns nicht. Wenn er sich im Freilauf festschnüffelt, kommt man nicht mehr vorwärts. Das hat auch unser Schleppleinen-Rückruf-Freilauf-Training behindert.

Also haben wir beschlossen, ihm drei Sekunden zu geben. Drei Sekunden, in denen er schnüffeln darf, drei Sekunden, die wir warten. Wenn er anfängt sich festzuschnüffeln, zählen wir von drei runter, wie bei einem Kind. „DREI, ZWEI, EINS – und weiter“. Am Anfang ist er noch nicht auf „weiter“ weitergegangen, dann haben wir demonstrativ mit dem Fuß auf die Stelle getreten, die er beschnüffelt hat und diese so für uns beansprucht und haben ihn vorgeschickt.

Nach ein paar mal wusste Lando schon, dass es dann wirklich weiter geht und wir mussten nicht mehr kommen. Mittlerweile hört er schon oft bei „Drei“ auf und läuft weiter – ist der Reiz wohl doch nicht sooooo interessant gewesen, dass es sich lohnt. Früher war das undenkbar.

Wofür sich die 3-Sekunden-Regel noch eignet

Lando schnüffelt nicht nur gerne, er glotzt auch mit großer Leidenschaft Menschen, Hunden, Autos, etc. hinterher. Man könnte sagen, wenn er nicht gerade irgendwo schnüffelt, dann glotzt/stiert er irgendwem nach. Jetzt kann man sich vorstellen, wie unsere Spaziergänge aussahen. Auch da haben wir die 3-Sekunden-Regel eingeführt und siehe da, wir haben seine Aufmerksamkeit viel schneller wieder und können weitergehen.

Mittlerweile benutzen wir das Zählen nicht nur, wenn er mit irgendeinem Verhalten aufhören soll, sondern auch, wenn er etwas „über sich ergehen“ lassen muss, wie das Zähneputzen. Kurz bevor wir fertig sind, zählen wir von drei runter, dann weiß er, wie lange er noch aushalten muss und ich habe das Gefühl, dass ihm das hilft.

Na, haltet ihr uns jetzt für verrückt? Es ist ein Wunder, wie gut das von-drei-Runterzählen nicht nur bei Kindern funktioniert.

Liebe Grüße,
Schnüffelmeister Lando & Sophia

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