Alltag

Hunde runter vom Feld!

Hund auf einem Feld

Warum dein Hund nichts auf Feldern zu suchen hat 

In letzter Zeit habe ich auf Instagram wieder vermehrt gesehen, wie Hunde durch die Felder flitzen, dort zusammen mit anderen Hunden drin toben oder ihrem Ball hinterherjagen. Auch bei uns auf dem Dorf sehe ich immer wieder Hunde, die sich auf den Feldern auspowern. Diese Hunde haben eine Menge Spaß, keine Frage, aber dennoch gibt es so viele Gründe, die dagegen sprechen, seinen Hund einfach auf Feldern toben zu lassen. In diesem Beitrag gebe ich euch einige Gründe an die Hand, warum Hunde auf Feldern nichts zu suchen haben und hoffe, dass sie den ein oder anderen zum Umdenken bewegen.

Fremdes Eigentum

Allein dass es sich bei Feldern in der Regel um fremdes Eigentum handelt, wäre für mich schon Grund genug, meine Hunde bei mir bzw. auf den Feldwegen zu halten. Wem selbst ein Feld gehört, kann ja auf seinem Feld machen, was er möchte. Allerdings sehen es die meisten Landwirte nicht gern, wenn Hunde auf ihren Feldern toben. Und das natürlich auch zu Recht! Die Landwirte sind auf ihre Ernte angewiesen und können es sich nicht leisten, wenn diese geringer oder minderwertiger ausfällt, nur damit Hunde ihren Spaß haben konnten.

Schäden an Feldern und Ernte

Beim Flitzen über die Felder können die Hunde erhebliche Schäden an den Feldern anrichten. Beim Rennen haben unsere Vierbeiner ordentlich Power und laufen so das Getreide oder Feldfrüchte einfach über den Haufen. Bei frisch gesäten Feldern kann ebenfalls die Aussaat zerstört werden. Nicht nur das Rennen kann viel kaputt machen, sondern auch das Buddeln. Es gibt immer wieder Menschen, die nicht aufpassen und ihre Hunde ganze Felder umgraben lassen. Auch sollte man bedenken, dass Felder nach der Ernte oft mit einer Zwischenfrucht bepflanzt werden oder bereits auf die nächste Saison vorbereitet werden. Man sollte auch dann seinen Hund nicht drüber rennen lassen. Am besten ist es, wenn man den Landwirt persönlich kennt und einfach nachfragt. Manchmal werden Felder nach der Ernte auch für Hunde oder für Reiter zum Ausreiten freigegeben.

Verlorenes Spielzeug beschädigt Maschinen

Oft bleiben Stöckchen oder Spielzeuge, wie Bälle oder Frisbees nach dem Toben in den Feldern liegen, da sie entweder vergessen oder nicht mehr wiedergefunden werden. Bei der Ernte können sie die Erntemaschinen beschädigen.

Getreidefeld

Hundekot und Urin – Eine Gesundheitsgefahr

Man mag nun vielleicht sagen „Mein Hund verrichtet sein Geschäft nicht auf Feldern!“, aber kann man sich da wirklich zu 100% sicher sein, dass er es nicht doch tut und man es vielleicht gar nicht mitbekommt und den Hundehaufen nicht einsammelt?

Hundekot auf Feldern und auf Wiesen stellt eine Gefährdung für die Erzeugung von Futter- und Lebensmitteln dar, z.B. wenn Kühe mit Hundekot verunreinigtes Heu oder Gras fressen. Das Problem sind hier die Krankheitserreger, die im Kot von Fleischfressern enthalten sind. Diese können sogar zu Fehl- oder Totgeburten bei Kühen oder Pferden führen. Außerdem können so die Hygiene-Vorschriften zur Lebensmittelgewinnung eventuell nicht vollständig eingehalten werden.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Hund sein Geschäft nicht auf dem Feld verrichtet oder man es vorbildlich einsammelt, bleibt immer noch ein Problem zurück, welches wir nicht verhindern oder einfach einsammeln können: Der Hundeurin. Dass das Beinchen gehoben wird, passiert oft schneller als man gucken kann. Einmal markiert, zieht es die nächsten Hunde an, die wieder einen draufsetzen. Na lecker, und mit dem Getreide werden unsere Brötchen gebacken? 

Ich denke, hier ist es hilfreich, wenn man sich einfach vorstellt, das Feld wäre der eigene Gemüsegarten und der Nachbarshund pinkelt an die Erdbeeren oder die Nachbarskatze verscharrt ihr Geschäft zwischen den Salatköpfen. Muss einfach nicht sein.

Vergiftungsgefahr durch Pestizide

Felder werden in der Regel mit Pestiziden behandelt, um Schädlinge und Unkraut von den angebauten Pflanzen fernzuhalten. Allerdings schützen diese Pestizide nicht nur vor Schädlingen, Krankheiten und Unkraut, sondern sind auch giftig. Wenn man selbst auf dem Land wohnt, bekommt man oft mit, welche Felder gespritzt wurden – sicher kann man sich allerdings nicht immer sein und sollte daher lieber vorsichtig sein. Am besten lässt man seinen Hund daher nicht das schöne, saftige Gras an den Feldern fressen oder aus der Pfütze am Feldweg trinken und schon gar nicht direkt durch die Felder laufen.

Grannen – Gefahr durch Gräser & Getreide

Nach unserer Horror-Erfahrung mit Grannen im letzten Jahr, laufen mir regelrecht Horrorszenarien durch den Kopf, wenn ich Hunde in Getreidefeldern sehe. Grannen im Ohr, in der Nase, in den Zehenzwischenräumen… es kann so schnell passieren! Alou wurden letztes Jahr 4 Grannen aus dem Ohr entfernt, die sie sich bei uns im eigenen Garten eingefangen hatte. Es kann wirklich böse enden und ich bitte euch, passt auf eure Hunde auf, lasst sie einfach auf den Wegen laufen.

Hund auf Feld

Brut- und Setzzeit

In vielen Bundesländern, wie bei uns in Niedersachen, herrscht von April bis Mitte Juli Leinenpflicht wegen der Brut- und Setzzeit. Auch hier halten sich leider nicht alle dran und lassen ihre Hunde frei laufen. In Feldern und Wiesen sind viele Wildtiere zuhause, die es in der Brut- und Setzzeit zu schützen gilt. Wessen Hund beim Wildern erwischt wird, darf oft sogar erschossen werden – und das muss man nun nicht unbedingt herausfordern.

Auf den Wegen bleiben

Wenn dein Hund bisher immer auf die Felder durfte und du dich nun davon überzeugt hast, dass es besser wäre, auf den Wegen zu bleiben, kannst du das ganz einfach mit ihm üben. Die Schleppleine ist dabei sehr hilfreich, damit der Hund keinen Erfolg mehr hat und nicht aufs Feld kommt. Eigentlich wissen unsere Hunde, dass sie nicht einfach auf Felder dürfen, aber wenn sie doch einmal zu dicht dran sind oder schon drauf, gibt es ein kurzes „Runter da!“ und schon laufen sie wieder auf dem Weg. Das haben wir einfach geübt, indem ich sie mit der Schleppleine gestoppt habe und mit der Aufforderung „Runter da!“ vom Feld weggeschickt habe.

Vorbildfunktion

Wir haben alle eine gewisse Vorbildfunktion und einen gewissen Einfluss, sei es online auf Social Media oder im echten Leben. Je mehr Leute andere Leute sehen, die sich nicht an die Regeln halten, desto mehr Leute werden sich ebenfalls nicht dran halten – getreu dem Motto: „Wenn Hans-Werner seinen Bello auf dem Feld so toll toben lässt, kommt es auf meinen Hund auch nicht mehr drauf an“ oder „Wenn Lisa mit ihren vielen Followern das macht, scheint das wohl okay zu sein“.

Mit Sicherheit wird es noch mehr Gründe dafür geben, warum Hunde nicht auf Feldern laufen sollten, aber diese sollten fürs erste genügen. Ich hoffe, dass vielleicht der ein oder andere zukünftig mehr Rücksicht nimmt und so auch seinen Hund schützt.

Liebe Grüße,
Sophia mit Lando & Alou

 

 

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